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Hans Christoph Binswanger, geb. 1929, wurde 1969 als ordentlicher Professor für Volkswirtschaftslehre an die Universität St. Gallen berufen. Sowohl in der Lehre als auch als geschäftsführender Direktor der Forschungsgemeinschaft für Nationalökonomie sowie danach als Direktor des Instituts für Wirtschaft und Ökologie entwickelte er sich zu einer der prägenden Persönlichkeiten der Universität. Professor Binswanger hat bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht, unter anderem den Essayband "Die Glaubensgemeinschaft der Ökonomen", der ebenfalls im Murmann Verlag lieferbar ist. Sein Buch "Geld und Magie" erschien in englischer Sprache unter dem Titel "Money and Magic". Für seine Arbeit wurde der Autor 1980 mit dem Bundesnaturschutzpreis und 1986 mit dem Binding-Preis für Natur- und Umweltschutz geehrt.
Goethes Faust ist von einer kaum fassbaren Aktualität. Denn von nichts Geringerem handelt Goethes Hauptwerk als von diesem uns alle beschäftigenden Dogma der Moderne: Das Wachstum der Wirtschaft ist der Maßstab für die Entwicklung der Menschheit.
Johann Wolfgang von Goethe, der für Wirtschaftsfragen zuständige Minister am Weimarer Hof, kannte sich aus mit der Ökonomie – und gibt ihr im Faust eine ganz neue Deutung. Er erklärt die Wirtschaft als einen alchemistischen Prozess: die Suche nach dem künstlichen Gold mit anderen, modernen Mitteln.
Der Nationalökonom Hans Christoph Binswanger führt mit der neuen Ausgabe von Geld und Magie seine Auslegung des Faust noch näher an die tagesaktuellen Debatten heran – und verblüfft abermals mit seiner Auslegung des Hauptwerkes der deutschen Literatur, denn als Wirtschaftsfachmann wurde Goethe bisher nicht wahrgenommen.
"Das Buch ist genial." Book Review
"Ich kann nur sagen: Nimm und lies!" Carl Friedrich von Weizsäcker
"Binswanger zieht Querverbindungen zwischen der Experimentierfreudigkeit der Alchemisten und den zart anlaufenden Geldmärkten zu Goethes Zeit.[...] Ihm gelingt es, die Weitsicht und Skepsis Goethes bezüglich der modernen Ökonomie hervorzuheben. Die wundersame Geldvermehrung entpuppt sich als mephistophelische Blendung und die Wirtschaft als Nullsummenspiel." Financial Times Deutschland
"Den 'Faust' und namentlich dessen zweiten Teil als Abhandlung über das Wirtschaftswachstum - die Ultima Ratio der modernen Gesellschaft - zu lesen, ist ein kühnes, aber keineswegs abwegiges Unterfangen. Das große Menschheitsdrama ist eben auch die Geschichte eines Investors, dessen Bemühung auf die tendenziell unendliche Vermehrung seines Kapitals zielt. Der Nationalökonom Hans Christoph Binswanger deckt in seiner Abhandlung 'Geld und Magie' eine Fülle von Motiven auf, die zeigen, wie wichtig für Goethe die Alchemie ist und was diese wiederum für die moderne Wirtschaft bedeutet. Die ursprüngliche alchemistische Verwandlung ist die 'Transmutation' von Blei zu Gold. Denkt man an die durchaus irrationalen Sensibilitäten der heutigen Börse, dann erkennt man, wie modern 'Faust' gerade in dem ist, was sich nicht der bloßen Rationalität verdankt - zum Beispiel im Blick auf die Magie des Geldes." Neue Züricher Zeitung