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Wolfgang Kersting, Professor em. für Philosophie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, veröffentlichte Bücher zu Platon, Machiavelli, Hobbes, Rawls sowie zu Kants Rechts- und Staatsphilosophie.Vor allem die Themen Sozialstaat, Gerechtigkeit und Gesellschaftsordnung
beschäftigen ihn. Für sein Buch »Verteidigung des Liberalismus« (Murmann Verlag), das die FAS einen »genialen Essay« nannte, erhielt er 2010 den CORINE-Preis.
Wie bringen wir wirtschaftliche Freiheit und sozialen Ausgleich zusammen? Wie lauten die Leitsätze gesellschaftlichen und marktwirtschaftlichen Handelns? Wer den ideengeschichtlichen und argumentativen Unterbau für die Beantwortung dieser Fragen sucht, wird in diesem grundlegenden Essay des Philosophen Wolfgang Kersting fündig.
Kersting macht deutlich, dass der ökonomische Liberalismus, der die Vorzüge der Konkurrenzwirtschaft, die individuellen Freiheitsgewinne und die Verbesserung der Lebensqualität preist, durch den politischen Liberalismus diszipliniert werden muss. Rechtsstaat und Verfassung, Demokratie und Bürgergesellschaft sorgen dafür, dass Freihandel und Gewinnstreben in geordneten Bahnen verlaufen, Grundrechte geschützt werden und die Mitsprache der Bürger gewährleistet ist. Aus Kerstings Sicht fußt die liberale Vernunft auf zweckrationalen Präferenzen, moralischen Orientierungen und der Fähigkeit zur öffentlichen Artikulation von Bedürfnissen und Meinungen. Sie erfordert nicht nur politische Regelsetzungen, sondern ebenso eine ethisch geprägte Hintergrundkultur und die Beteiligung an Prozessen der kollektiven Willensbildung.
„Kersting ist ein skeptischer Aufklärer, der die Vorzüge des Liberalismus preist, weil er seine Schattenseiten kennt. Sein Ziel ist es, die Missverständnisse und Vorurteile gegenüber dem Liberalismus abzubauen, sie womöglich zu beseitigen. Dieses Buch soll dazu beitragen, ein vollständiges und nüchternes Bild des Liberalismus zu gewinnen, das keine Ängste schürt, sondern zur couragierten Mitwirkung am Liberalismus motiviert“, so Prof. Dr. Ludger Heidbrink in seinem Nachwort.
Wolfgang Kersting wird für seinen Essay “Verteidigung des Liberalismus” mit dem diesjährigen Wirtschaftsbuchpreis der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft ausgezeichnet. “Die undogmatische Verteidigungsschrift des Kieler Professors für politische Philosophie ist ein brillantes Plädoyer für die Richtungsänderung im Denken, um von der wohlfahrtsstaatlichen Versorgungsmentalität zur autonomen Lebensgestaltung zu gelangen,” so Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V., in der Begründung. Der nüchterne Liberalismus, den Kersting als politisches Ideal vertrete, sei rational und konsequent, aber auch humanistisch und existentialistisch geprägt. Wolfgang Kersting rufe die Mitglieder einer liberalen Gesellschaft auf, im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Verantwortung, marktwirtschaftliches Handeln im Sinne des Gemeinwohls aktiv und couragiert mit zu gestalten.
"Ein brillanter Essay." Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
"Fabelhaft, wie Wolfgang Kersting es versteht, den ausgeblichenen, verschlissenen Liberalismus noch einmal beim Wort zu nehmen." Frankfurter Allgemeine Zeitung